Bei Protesten gegen die umstrittene Präsidentenwahl in Honduras haben sich Anhänger der Opposition und die Polizei erneut schwere Auseinandersetzungen geliefert. Die Demonstranten schleuderten in der Hauptstadt Tegucigalpa Steine auf die Beamten, die Polizei feuerte Tränengas in die Menge. Mehrere Geschäftsgebäude und ein Luxushotel wurden bei den Krawallen beschädigt.

Auf Videos war zu sehen, wie Ex-Präsident Manuel Zelaya versuchte, zu einer Polizeiabsperrung vorzudringen. Wegen des heftigen Tränengaseinsatzes musste der frühere Staatschef, der 2009 aus dem Amt geputscht worden war, allerdings zurückweichen. Zelaya unterstützt den Oppositionsführer Salvador Nasralla, der bei der Präsidentenwahl Ende November knapp gegen Amtsinhaber Juan Orlando Hernández verloren hatte.

Die Opposition erkennt das Ergebnis in dem zentralamerikanischen Land nicht an und wirft der Regierung Wahlfälschung vor. Bei den Protesten kamen bereits über 20 Menschen ums Leben. Drei Tage nach der Wahl hatten die ersten Straßenproteste begonnen. Der Ruf “Fuera JOH” (“Raus mit Juan Orlando Hernández”) ist seither derzeit auf Honduras’ Straßen  allgegenwärtig. Auch die Beobachtermission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sprach in ihrem Abschlussbericht von Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. Mittlerweile haben einige wichtige OAS-Mitglieder wie die USA, Mexiko und Kolumbien Hernández’ Sieg allerdings anerkannt.